Kennen Sie Mark Zuckerberg?
Vermutlich.
Falls nicht:
Facebook. Instagram. Meta.
Im Januar 2010 sprach der damals noch sehr junge Facebook-Chef über einen gesellschaftlichen Wandel.
Menschen seien zunehmend bereit, mehr Informationen mit mehr Menschen zu teilen.
Dann folgte der entscheidende Satz:
“That social norm is just something that has evolved over time.”
Die gesellschaftliche Norm habe sich im Laufe der Zeit verändert.
Haben wir das wirklich entschieden?
Natürlich teilen Menschen heute freiwillig Dinge, die früher privat geblieben wären.
Urlaubsfotos.
Geburtstage.
Beziehungen.
Arbeitsplätze.
Standorte.
Freunde.
Hobbys.
Meinungen.
Aber hat sich die Gesellschaft einfach spontan verändert?
Oder haben Plattformen diese Veränderung mitgestaltet?
Facebook entschied schließlich darüber, welche Funktionen angeboten wurden.
Welche Informationen abgefragt wurden.
Was standardmäßig sichtbar war.
Und wie einfach Teilen wurde.
NoData // Souveränitätscheck
Vielleicht lautet die interessante Frage deshalb nicht:
„Hat sich unsere Vorstellung von Privatsphäre verändert?“
Natürlich hat sie das.
Sondern:
„Wer hat diese Veränderung beeinflusst?“
Wenn eine Plattform Milliarden Menschen eine bestimmte Form des Teilens anbietet, beeinflusst sie auch, was irgendwann als normal empfunden wird.
Das bedeutet nicht, dass soziale Netzwerke grundsätzlich schlecht sind.
Es bedeutet nur:
Normal ist nicht automatisch richtig.
Und bequem ist nicht automatisch freiwillig.
Quellen
- The Guardian, 11. Januar 2010: Privacy no longer a social norm, says Facebook founder
https://www.theguardian.com/technology/2010/jan/11/facebook-privacy - The Telegraph, 11. Januar 2010: Facebook's Mark Zuckerberg says privacy is no longer a 'social norm'
https://www.telegraph.co.uk/technology/facebook/6966628/Facebooks-Mark-Zuckerberg-says-privacy-is-no-longer-a-social-norm.html
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