Persönlich · unabhängig · digital

Über mich

Ein Platz für Hintergrund, Haltung und Motivation hinter NoData.ForSale.

NoData.ForSale · Persönlicher Hintergrund

Oder: Wie das alles irgendwann angefangen hat

Meine Reise in die digitale Welt begann irgendwann in den späten 80er-Jahren – eher zufällig.

Für kleines Geld bekam ich damals einen Commodore C64 mit Datasette. Und damit war die Neugier geweckt.

Natürlich konnte man mit so einem Rechner nicht das machen, was wir heute unter „produktiv arbeiten“ verstehen. Aber darum ging es auch gar nicht. Es war die Faszination dafür, dass man diesem kleinen Kasten Dinge beibringen konnte.

Damals saß man noch stundenlang vor Computerzeitschriften und tippte Spiele Zeile für Zeile ab. BASIC-Code, Zahlenkolonnen, Sonderzeichen, Herzchen und was der Zeichensatz eben noch so hergab. Ein falsches Zeichen irgendwo mittendrin – und erst einmal funktionierte gar nichts.

Frustrierend? Sicher.

Aber vor allem faszinierend.

Im Nachhinein betrachtet war das wahrscheinlich der Anfang von allem.

Vom C64 zum ersten „richtigen“ PC

Viele Jahre und einige Rechner später kam ein Pentium MMX mit 200 MHz. Einer dieser Computer, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben sind.

32 MB Arbeitsspeicher waren damals eine Ansage. Später kam eine 3dfx-Voodoo-Grafikkarte dazu.

Und ja: Das war ungefähr der Höhepunkt meiner Zockerkarriere.

Need for Speed II in der 3dfx-Version.

Wer diese Zeit erlebt hat, weiß vermutlich noch, was für ein Unterschied diese ersten 3D-Beschleuniger gemacht haben.

Natürlich blieb der Rechner nicht lange im Originalzustand. Es wurde aufgerüstet, geschraubt und ausprobiert. SCSI-Controller, SCSI-Festplatten und alles, was man irgendwie noch einbauen konnte.

Computer waren für mich nie nur Geräte zum Benutzen.

Ich wollte wissen, was darin passiert.

Dann kam Linux

Später folgte ein Rechner mit einem Pentium III Coppermine, der irgendwann eine ganz andere Aufgabe bekam.

Er wurde zum Server.

Und dieser Server lief bei mir zu Hause rund drei Jahre praktisch durchgehend. Darauf lief SuSE Linux.

Damit begann für mich der ernsthaftere Einstieg in Linux.

Über einige Umwege kam ich damals auch zur Linux User Group Wernigerode – LUG WR.

Das war eine spannende Zeit. Dort trafen Menschen aufeinander, die nicht nur Computer benutzen wollten, sondern verstehen wollten, wie sie funktionieren.

Gerade der Austausch mit Leuten, die technisch teilweise deutlich tiefer in der Materie steckten als ich, war unglaublich wertvoll.

Man bekam einen Gedanken, einen Hinweis oder ein paar Kommandos mit auf den Weg – und verbrachte anschließend wieder Stunden damit, selbst herauszufinden, was eigentlich dahintersteckt.

Genau diese Art des Lernens hat mich geprägt.

Nicht einfach konsumieren.

Ausprobieren.

Verstehen.

Und im Zweifel eben noch einmal von vorne anfangen.

Ein Umweg über Windows

Natürlich gab es zwischendurch auch andere Phasen.

Eine Zeit lang entfernte ich mich von Linux und landete wieder intensiver bei Windows.

Glücklich gemacht hat mich das allerdings nie wirklich.

Gefühlt war ich irgendwann mehr damit beschäftigt, Windows schlank zu halten, die Registry aufzuräumen und das System daran zu hindern, sich selbst langsam zuzumüllen, als den Rechner tatsächlich zu benutzen.

Irgendwann dachte ich mir:

Das kann es doch nicht sein.

Also kam der nächste Wechsel.

Apple

Mein Einstieg in die Apple-Welt begann mit Mac OS X Snow Leopard.

Und ich muss zugeben: Damals hat mich Apple begeistert.

Kurze Zeit später kam auch mein erstes iPhone dazu. Steve Jobs lebte noch, und Apple fühlte sich für mich in dieser Zeit irgendwie anders an als heute.

Vielleicht romantisiert man manche Dinge im Rückblick auch ein wenig.

Aber ich hatte damals zumindest das Gefühl, dass Technik noch stärker dem Benutzer dienen sollte – und nicht umgekehrt.

Mit den Jahren änderte sich dieses Gefühl.

Apple wurde geschlossener, kontrollierter und für meinen Geschmack immer restriktiver.

Irgendwann, ungefähr ab 2018 oder 2019, war für mich deshalb Schluss.

Also wieder zurück.

Zurück zu Linux.

Irgendwann merkt man, was im Hintergrund passiert

Über all diese Jahre hinweg sammelt man Erfahrungen.

Man liest.

Man recherchiert.

Man baut Server auf, macht Fehler, behebt sie wieder und stolpert zwangsläufig über Dinge, mit denen sich ein normaler Anwender wahrscheinlich niemals beschäftigen möchte.

Mailserver gehören beispielsweise dazu.

Meine eigene Mail-Domain besitze ich inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten. Eine Zeit lang hatte ich keinen eigenen Server mehr und ließ meine E-Mails bei einem größeren Anbieter laufen.

Dann kamen Themen wie SPF, DKIM und DMARC immer stärker hinzu.

Technisch haben diese Mechanismen selbstverständlich ihre Berechtigung. Sie helfen dabei, Absender zu überprüfen und Missbrauch einzudämmen.

Aber gleichzeitig wurde mir wieder bewusst, wie abhängig man sich inzwischen von großen Plattformen, Providern und deren Regeln gemacht hat.

Es gab immer wieder Probleme, Anpassungen und Dinge, auf die ich selbst kaum Einfluss hatte.

Irgendwann hatte ich genug davon.

Also mietete ich wieder einen kleinen VPS.

Eigener Server.

Eigene Dienste.

Wieder selbst verstehen, was dort eigentlich passiert.

Und damit begann im Grunde auch der Weg zu dem Projekt, auf dessen Webseite du gerade gelandet bist.

Ich habe den ganzen Social-Media-Kram selbst mitgemacht

Ich möchte hier niemandem erzählen, dass ich schon immer komplett anders gelebt hätte.

Das wäre schlicht nicht wahr.

Ich hatte Facebook.

Ich habe soziale Netzwerke benutzt.

Ich habe Messenger und Plattformen verwendet, die fast jeder benutzt.

Eine Zeit lang macht man diesen ganzen digitalen Alltag einfach mit.

Bis ich irgendwann festgestellt habe, dass mich vieles davon überhaupt nicht glücklich macht.

Algorithmen zeigten mir ständig Inhalte, die mich angeblich interessieren sollten – aber gar nicht interessierten.

Plattformen wollten möglichst genau wissen, was ich anklicke, was ich lese, wen ich kenne, wo ich bin und womit sie mich möglichst lange beschäftigen können.

Je mehr ich darüber gelesen habe, desto weniger wollte ich Teil davon sein.

Also begann ich aufzuräumen.

Konten schließen.

Accounts löschen.

Dienste ersetzen.

Nicht alles auf einmal.

Aber Stück für Stück.

Open Source bedeutet für mich vor allem Freiheit

Seitdem versuche ich, wo immer es sinnvoll möglich ist, auf Open Source zu setzen.

Nicht, weil Open Source automatisch perfekt ist.

Nicht, weil jede freie Software besser ist.

Und schon gar nicht, weil ich glaube, jeder müsse sofort alle kommerziellen Dienste aus seinem Leben verbannen.

Es geht mir um etwas anderes.

Ich möchte möglichst selbst entscheiden können, welche Software ich benutze, was sie auf meinen Geräten macht und wem meine Daten gehören.

Ich möchte nicht dauerhaft das Gefühl haben, selbst das eigentliche Produkt zu sein.

Natürlich gelingt das auch mir nicht vollständig.

Ich habe beispielsweise beruflich noch ein Smartphone mit WhatsApp.

Das gehört eben zur Realität dazu.

Wenn ich es nicht brauche, ist es aus.

Auch Datenschutz muss meiner Meinung nach nicht dogmatisch sein.

Es geht nicht darum, morgen früh sein komplettes digitales Leben abzuschalten.

Es geht darum, überhaupt erst einmal wieder Entscheidungen zu treffen.

Und dann kam NoData.ForSale

Mit den Jahren wurde eines immer deutlicher:

Daten sind ein Geschäftsmodell geworden.

Big Tech möchte wissen, was wir suchen, kaufen, lesen, schreiben, anschauen und mit wem wir kommunizieren.

Nicht unbedingt, weil irgendwo ein Mensch sitzt, der sich persönlich für unser Leben interessiert.

Sondern weil sich aus unserem Verhalten Profile erstellen lassen.

Und Profile haben einen Wert.

Sie können benutzt werden, um Werbung zu verkaufen, Verhalten vorherzusagen, Aufmerksamkeit zu lenken und Entscheidungen zu beeinflussen.

Damit fühle ich mich nicht besonders wohl.

Aus diesem Gedanken entstand schließlich der Name:

NoData.ForSale

Der Name ist bewusst ein wenig provokant.

Denn genau darum geht es mir.

Meine Daten sind nicht automatisch Handelsware.

Und deine sollten es meiner Meinung nach ebenfalls nicht sein.

Diese Webseite soll niemanden bekehren

NoData.ForSale soll keine Webseite sein, die mit erhobenem Zeigefinger erklärt, wie andere Menschen ihr digitales Leben zu führen haben.

Ich möchte niemandem vorschreiben, welches Smartphone er benutzen soll.

Ich möchte niemanden dafür kritisieren, dass er WhatsApp, Instagram, Facebook, Google oder ein iPhone verwendet.

Ich möchte lediglich zeigen, was im Hintergrund passiert.

Und vor allem möchte ich zeigen, dass es Alternativen gibt.

Linux.

Open-Source-Software.

Alternative Messenger.

Eigene Dienste.

Datenschutzfreundlichere Systeme.

Und beispielsweise GrapheneOS auf einem Google Pixel – eine Kombination, die auf den ersten Blick fast schon ironisch klingt und gerade deshalb interessant ist.

Auf GrapheneOS wurde ich unter anderem durch Beiträge von Tom-Oliver Regenauer aufmerksam. Das war für mich einer dieser Punkte, an denen man wieder anfängt, tiefer zu recherchieren und einen neuen Weg auszuprobieren.

Und genau das tue ich bis heute.

Ausprobieren.

Lesen.

Hinterfragen.

Manchmal etwas verwerfen.

Manchmal etwas behalten.

Und immer wieder dazulernen.

Vielleicht ist genau das der Sinn dieser Seite

NoData.ForSale ist kein wissenschaftliches Institut.

Kein Unternehmen.

Keine politische Organisation.

Und ich behaupte auch nicht, auf jede Frage die perfekte Antwort zu kennen.

Diese Webseite ist ein persönliches Projekt.

Entstanden aus mehreren Jahrzehnten Erfahrung mit Computern, Betriebssystemen, Servern, Internetdiensten und einer zunehmenden Skepsis gegenüber einem digitalen Geschäftsmodell, bei dem der Benutzer immer häufiger selbst zur Ware wird.

Wenn diese Seite jemanden dazu bringt, einmal eine Einstellung auf seinem Smartphone zu überprüfen, einen Open-Source-Messenger auszuprobieren, Linux zu installieren oder einfach nur darüber nachzudenken, welche Daten er täglich preisgibt, dann hat sie bereits etwas erreicht.

Man muss nicht von heute auf morgen alles verändern.

Man kann klein anfangen.

Ein Programm.

Ein Dienst.

Eine Einstellung.

Ein bisschen mehr Kontrolle.

Und dann schaut man einfach, wohin der Weg führt.

Bei mir begann er irgendwann in den späten 80ern.

Mit einem C64.

Und einer Datasette.